Als Freund einer Fotografin...

February 1, 2017

... hat man es manchmal nicht leicht. Wenn ich so darüber nachdenke, muss ich sogar selbst über mich lachen, und das nicht nur einmal. Wer von Euch Mädels erkennt sich in den folgenden Situationen wieder? Ich wette, einige von Euch! 

 

 

 

1. Ich geh' nur nochmal schnell ein Bild posten! 

 

Sagte sie, und verschwand für eine Stunde im Büro. Das richtige Bild zu finden, kann manchmal wirklich schwer sein, und wenn man es dann noch bearbeiten muss verliert man sich all zu schnell in Kleinigkeiten und braucht - leider - dann manchmal doch länger als die versprochenen 10 Minuten. 

Generell ist es mit dem Einhalten von festen Arbeitszeiten so eine Sache, wenn einem der Job so viel Spaß macht. 

 

2. Schlafenszeit... 

 

Wer (gerade an den Wochenenden) viel Zeit an der frischen Luft verbringt und lange arbeitet, der ist abends früh müde. Wenn ich an den Wochenenden um 5 Uhr aufstehe um zum nächsten Sonnenaufgangsshooting zu düsen, dann liege ich Abends um 8 im Bett und schlafe. Tief. Sehr tief. Omas Weisheit "frische Luft macht müde!" stimmt eben tatsächlich. Während andere also Samstagabends unterwegs sind, träume ich schon seelig - als Begleitung zu Feiern bin ich also oft ziemlich unbrauchbar. Anders ist es unter der Woche, wenn viel Bildbearbeitung auf dem Programm steht und Fristen eingehalten werden müssen - dann lege ich gerne auch mal eine Nachtschicht ein und mache den PC erst weit nach Mitternacht aus. Für jemanden, der ganz normale Arbeitszeiten hat mit Sicherheit nicht gerade angenehm! 

 

3. "Schau mal, wie schön es hier ist!" 

 

"Stimmt, das Bokeh hier wäre bestimmt der absolute Hammer. Wie schade, dass ich meine Kamera nicht dabei habe!" 

Die Umwelt durch die Augen einer Fotografin sehen - das kann ich einfach nicht abschalten. Ständig halte ich Ausschau nach schönen Locations und habe eine Vorliebe für tolles Licht. Dabei fallen Aussagen, die man als Nicht-Fotograf sicherlich nicht unbedingt versteht. Generell ist es nicht leicht, den Fotografenmodus einmal auszuschalten und nicht über dieses oder jenes nachzudenken, was man noch erledigen oder umsetzen möchte. 

 

4. Sammelleidenschaften 

 

Okay, jetzt mal ehrlich: Wer von den Fotografen, die hier anwesend sind, hat mindestens ein Objektiv, was er oder sie eigentlich gar nicht zwingend bräuchte? Offenblendige Festbrennweiten oder Weitwinkelobjektive, die man unbedingt haben MUSS, sie letztendlich aber nur ab und an mal nutzt um damit herumzuspielen. Dem Freund erklären, wieso es denn schon wieder ein neues Objektiv einziehen soll, kann manchmal gar nicht so einfach sein, wenn er keine Ahnung von der Fotografie hat! 

Wir haben da mal einen ganz lustigen Vergleich angestellt: 

Nachdem ich mir vor wenigen Monaten erst die 7D mk ii zugelegt hatte, war mir schnell klar geworden, dass ich doch den Schritt zum Vollformat wagen will. Eine 5D mk iii musste her. 

Für meinen Freund natürlich völlig unverständlich, ich versuchte also ihm zu erklären, wie sehr ich mir diese Kamera wünsche und wie sehr ich mich darauf freue, sie endlich nutzen zu können. "Dann freust du dich über die Kamera also ungefähr so, wie ich mich über ein neues Auto freuen würde?" fragte er irgendwann. "Mehr noch!", fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen. "Die 5D ist für mich ungefähr das, was ein BMW M3 für dich wäre!" "Na dann" nickte er zustimmend "solltest du sie unbedingt kaufen!" 

 

5. Noch ein Foto, bitte! 

 

Als Fotografin habe ich ständig den Drang, den Auslöser zu drücken. Nicht nur beruflich - auch privat. Am liebsten will ich einfach ALLES bildlich festhalten, weil ich einfach weiß, wie schnell man Momente wieder vergisst. 

Das geht damit los, dass mein Freund jeden Tag ein dutzend Fotos von mir via Whats App bekommt: 

Guck mal, Lotta schläft ja sooo niedlich! Schau mal, so schön ist es hier gerade! Ist es nicht witzig, wie dieses oder jenes aussieht? Hier, ein Bild von meinem Essen! Ich kann einfach nicht ohne Fotos. Ein Foto ist halt viel schneller gemacht als eine bestimmte Situation beschrieben. Glaubt ihr mir nicht? Dann schaut doch mal, welche Fotos Jan allein im letzten Monat so erreicht haben (und ich habe nur die Schlaf-Hunde-Bilder rausgesucht!) 

 

 

Weiter geht das Dilemma natürlich bei jeder Freizeitaktivität oder noch schlimmer: Im Urlaub. Während unseres vergangenen Urlaubs habe ich so viele Bilder gemacht, dass sie nicht alle in ein Fotobuch gepasst haben - ich musste insgesamt zwei bestellen und hatte dabei schon ordentlich aussortiert! Eine Woche Urlaub reicht meinem Freund dann aber auch: Den Rest des Jahres hat er (und wer kann ihm das übel nehmen) keine Lust mehr auf Fotos. 

Ich gebe aber zu, dass ich ihm trotz alledem noch manchmal die ein oder andere Fotofalle stelle...

 

Alles in allem macht man als Freund (oder Mann) einer Fotografin schon einiges mit. Liebe Mädels, dankt Euren Männern heute Abend doch einmal mehr dafür, dass sie so verständnisvoll mit Euch sind! 

 

Ich bin jedenfalls sehr dankbar dafür, jemanden an meiner Seite zu haben, der all das auf und ab, all die viele Arbeit und das Kreative Chaos, das ich so oft veranstalte, erträgt und mich jederzeit unterstützt und für mich da ist, sich mit mir freut und mir bei Problemen hilft. Und der sich dann doch ab und zu noch zu einem schönen Foto überreden lässt - auch, wenn ich in Kauf nehmen muss, anschließend gnadenlos dafür eingeseift zu werden :) 

 

 

 

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